Kompaktkamera mit Festbrennweite zum Preis einer Spiegelreflex – Die Fujifilm X100S

Ok, ich konnte nicht widerstehen. Die zweite Fuji mit X-Trans-Sensor, und zwar die X100s liegt jetzt auch in meiner Kameratasche. Warum die X100s und nicht z.B. die X-E2?

Wie in einem vorherigen Post schon beschrieben, hatte die Fuji X100 bei der Ankündigung 2010 mein „Habenwollen“-Gen aktiviert. Mit der Zeit und natürlich nach der Veröffentlichung der unverbindlichen Preisempfehlung, zog es sich allerdings recht schnell wieder in den Standby-Modus zurück. Nichtsdestotrotz kam die X100 vom Aussehen, der Haptik und den Features, wie z.B. dem Hybrid-Sucher, einer „Traumkamera“ schon recht nahe.

Über die nachfolgenden Monate und Jahre konnte man viel über Positives aber doch auch einige ärgerliche negative Aspekte über die X100 lesen. Die Bildqualität war über jeden Zweifel erhaben und konkurrierte damals locker mit teureren Spiegelreflex-Kameras. Allerdings konnte man dies leider nicht vom Autofokus und dem generellen Handling der Kamera behaupten. Das langsame Ansprechverhalten und ein in vielen Situationen sehr ungenauer Autofokus verpatzen gerade in kritischen Situationen oft die Bildaufnahme. Trotzdem fand die Kamera viele Anhänger und einige Fotografen entdeckten eine völlig neue Weise mit dem Thema Fotografie umzugehen.

Anfang 2013 veröffentlichte dann Fujifilm eine in nahezu allen Punkten verbesserte Version, die X100s. Das Design blieb bis auf minimalste Änderungen (z.B. das „S“ ;-)) gleich. Die inneren Werte, wie Prozessor und Sensor wurden allerdings komplett überarbeitet und von den aktuellen X-Modellen entliehen. So erhielt die Neue den aktuellen 16MPx. X-Trans-Sensor mit integrierten Pixeln für den neuen Phasen-Autofokus, um vorallem bei gutem Licht die Fokusierzeit deutlich zu beschleunigen. Desweiteren wurde ein potenterer Bildprozessor für ein besseres Ansprechverhalten und eine schnellere Bildverarbeitungs-Geschwindigkeit integriert. Abgerundet wurde das Ganze von neuen Software-Features und Funktionen, die das Fotografieren weiter erleichtern sollten. Alles in allem ein gelungenes Gesamtpaket, dass nahezu alle Kritikpunkte der bisherigen X100-Anwender berücksichtigte.

Ja gut, klingt ja alles ganz toll, sagen nun sicher die Kritiker. Die Kamera hat doch nur ein Objektiv und dazu auch nicht mal ein Zoom. Stimmt! Allerdings besitzt die X100s mit dem 23mm Objektiv (35mm KB) eine sehr vielseitig nutzbare Brennweite, die oft auch als Reportage-Brennweite bezeichnet wird. Zusammen mit dem 50mm „Standard“ sicher eine der am meisten genutzen Brennweiten überhaupt. Und den Zoom kann man zu großen Teilen durch die Füße ersetzen. Dadurch, dass man nicht die Möglichkeit bzw. Notwendigkeit hat, eine andere Brennweite einzusetzen, überdenkt man seinen Standpunkt und die Komposition genauer, als man es mit einem Zoom tun würde. Ich bin jetzt kein Verfechter von Festbrennweiten. Ich liebe die Flexibilität meines kleinen Standard-Zooms und den großen nutzbaren Brennweitenbereich. Vorallem wenn man einfach keine Möglichkeit hat nach vorne oder hinten zu gehen. Allerdings fotografiert man meiner Ansicht nach mit einem Zoom deutlich fauler und nicht so bewusst, wie mit einer festen Brennweite.

Um auch zu zeigen, dass das alles nicht nur theoretisches Gelaber und Fuji-Schönrederei ist, hier ein paar Beispiele:

Ein Gedanke zu “Kompaktkamera mit Festbrennweite zum Preis einer Spiegelreflex – Die Fujifilm X100S

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